10. Februar 2008

Das verpasste Hochzeitsgeschenk für Sarko und Bruni

Die Welt steht still, der Atem stockt: Der französische Präsident hat eine flachbrüstige Vierzigjährige geehelicht. Gudrun Eussner schreibt aus Frankreich:

Gleichzeitig gibt's jetzt eine unauthorisierte Carla-Biographie, wo geschildert wird, daß Carla unbedingt immer an die Spitze will und das auch schafft: in zwei Jahren vom Wunsch, Model zu werden, zu einem der Topmodels der Welt, vom Wunsch, in die charts zu kommen, zur Bestseller-CD - und das bevor sie Sarko kannte, und nun an die Spitze des Staates. Sie werde sich nicht zurückziehen, sondern auf ihren Gebieten weitermachen, mit Geld hätte das nichts zu tun, sie sei richissime.
Was Bruni anbelangt, kann man es auch so sehen: Spitze? Sie ist überall Mittelmaß. Hochge"hyped". Unter den "Supermodels" war sie immer eine Außenseiterin, sie sieht gut, aber in keiner Weise spektakulär aus. Hervorstehende Wangenknochen (wieviel Backenzähne gezogen?) machen eine hübsche und zweifellos fotogene Frau noch lange nicht "schön" oder außergewöhnlich. Ihre Beine sind nicht einmal Durchschnitt, nur schlank. Sie hat keinen Kleidungsstil groß gemacht (wie z.B. Twiggy) sie sieht in Abendroben nur sehr "normal" aus, ihre zur Gitarre vorgetragenen Lieder sind - ihr ahnt es - mittelmäßig.

Sie hat sich skrupellos genommen, was sie wollte, einschließlich der Ehemänner anderer Frauen, und brauchte Misserfolg, da richissime, nie und nirgendwo zu fürchten. Das ist nicht Ehrgeiz, das ist... WAS?

Wann hätte sie sich jemals mit einer Kreativität inszeniert, wie es die legendäre Verushka - ein wirkliches Supermodel und mit "bürgerlichem" Namen Gräfin Vera Gottliebe Anna von Lehndorff-Steinort - es vermochte? Vera, Flüchtling und mittellos, aber mit aristokratischen Konstruktionsmerkmalen ausgestattet, rein gesichtsmäßig, die einem alle Autoreifen Italiens nicht zu kaufen vermögen. Ihr legendärer Auftritt in Antonionis Blow Up wird immer noch nicht vergessen sein, wenn Bruni schon längst ein vertrockneter alter Stock ist und vielleicht als Frauenrechtlerin gegen derartig demütigende Auftritte zu Felde zieht. Schließlich ist man progressiv.

Diese hohle Frau profitiert von dem "Des Kaisers neue Kleider" Phänomen. Sie hat, tatsächlich und metaphorisch, nichts an, aber die Massen sehen das (noch) nicht.

Das ist nicht mal eine Liebesbeziehung, das sind die letzten Bemühungen zweier alternder Aufmerksamkeitshuren, die sich zusammengetan haben, um noch ein paar letzte Monate im Rampenlicht genießen zu können.

Das Schlimme ist nur, dass es unsere (westliche) politische Kultur bis ins Mark trifft. Wenn die saudischen Kopfschlächter sich denen gegenüber als Moralapostel aufpielen (können), dann stinkt irgendetwas.

Klar hat das nichts mit Geld zu tun und das ist das wirklich Beängstigende daran. Kommerzielle Interessen lassen sich kontrollieren und kanalisieren, Geltungssucht nicht.

Dass "höhere Töchter" durchaus kein neues Phänomen unter den Models sind, dass sie Erfolg haben können, aber nicht zur Medienhure werden MÜSSEN, beweist, neben Vera von Lehndorff, eine andere, wirklich schöne Frau, Fiona Campbell-Walters, Tochter eines Admirals der Royal Navy, nicht so lukrativ wie Papa Brunis Gummi, aber dafür feiner. Fiona, geboren 1932, hat für große Modehäuser "gemodelt", die Robe, die sie hier trägt könnte Jacques Fath sein, aber ich mag mich irren. Sie war eine Favoritin des Starfotografen Cecil Beaton.

1956 heiratete sie Hans Heinrich "Heini" Thyssen-Bornemisza, deutscher Stahlerbe und so eine Art ungarischer Baron. Geschieden wurden die beiden 1964. Fiona hat sich dadurch nicht selbst, aber auch anderen nicht geschadet. Sie vermochte es, sogar den popeligen deutschen Nachkriegs-Galopprennbahnen für kurze Zeit einen Glanz zu verleihen, den sie nie wieder sehen sollten und das ist immerhin etwas.

Tatsächlich war Fiona noch mit über 60 eine so schöne Frau, dass sie (oben links und unverkennbar) auch die peinliche Knallchargenparade anlässlich der Hochzeit ihrer Tochter Francesca mit Erzherzog Karl von Habsburg im Jahr 1993 ein wenig durch ihre Erscheinung adeln konnte.

Wäre ein Bild von Fiona Thyssen née Campbell-Walters nicht ein ebenso angemessenes, wie schönes und symbolträchtiges Hochzeitsgeschenk und Memento für Sarko und Bruni gewesen? Aber andererseits... die würden Stil nicht erkennen, auch wenn er sie mitten zwischen die Augen treffen würde.